"Stultorum infinitus est numerus – Die Zahl der Narren ist unendlich",

 

mit der Einbeziehung des Närrischen möchte ich die keineswegs fröhliche, jedoch Frohsinn stiftende Gestalt des Narren tiefer erforschen, ein Mysterium vieler Kulturen, so auch der christlichen, europäischen. Er wird Teil der Erzählung innerhalb der "Kiste", er ist das verbindende Element. Ein mit zahlreichen Attributen behangener Protagonist, der sich als systemischer Außenseiter zum Gegenbild des idealen Menschen manifestiert. Jede Zeit und Kultur bringt ihre eigenen Narren hervor, deren Notwendigkeit und bedingte Stigmatisierung wohl erst in ihren nachfolgenden Kulturen vollends begriffen werden kann. Somit dient die Narrenidee als blinder Fleck oder als Projektionsfläche für alles Schamhafte oder Verhülltes gegenüber zumeist endlichen oder wiederkehrenden Idealen. Ich betrachte die künstlerische Auseinandersetzung mit dem zur Spiegelung einladenden Element als persönliche sowie universelle Herausforderung. Mit ihm kann eine nahezu wertfreie Bestandsaufnahme des Bestehenden gelingen.

Über eine stilistische Zusammenführung entsteht ein Dialog zwischen den Bildträgern. Dieser Dialog ermöglicht ein Überdenken von Werten, kulturellen Eigenheiten, der Wandelbarkeit von Idealen, stellt somit Fragen unseres Zusammenlebens und schafft dabei die notwendige Wertschätzung füreinander.

Malerei, Grafik, Installation

 

"Rahmen" (Kisten, Kästen und Kojen) dienen sowohl im gestalterischen als auch im konzeptionellen Sinn als Szenerie und Schaubild, als begrenzendes Element. Durch die Vorgabe der Begrenzung werden wiederum Freiraum sowie Spielraum generiert. Sie bilden Kulisse und Biotop für Ikonen, (Anti-)Helden und Attrappen.

Sie implizieren ein Spannungsfeld zwischen monumentaler Schwere und mikroskopischer Leichtigkeit, suggestiv und symbolistisch aufgeladen, stehen sie im Kreuzfeuer zwischen üppig barocken Darstellungsformen und asketischem Purismus. Muster vs. Symbol verschwimmen in der "Kiste" zur erzählerischen Einheit, zum Hybrid.

Transfiguration periodischer Strukturen im Kontext der spielerischen Verständigung.

 

 

 

 

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